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Wann lernen Kleinkinder laufen?

Es ist eine der meist gestellten Fragen von (jungen) Eltern: Wann lernen Kleinkinder eigentlich genau laufen, was passiert wann?

Zu Beginn der Hinweis, dass kein Kind dem anderen in seiner Entwicklung gleicht. Selbst Geschwister unterscheiden sich deutlich, so dass es zunächst kein Problem darstellt, wenn von zwei fast gleichaltrigen Kindern eines noch nicht laufen kann.

Es ist wie später bei vielen Erwachsenen: Kleinkinder lernen manche Fähigkeiten schnell, benötigen für andere Entwicklungsetappen aber länger.

Dennoch lassen sich klare Zeiträume und aufeinander folgende Phasen benennen, in denen der typische Ablauf des Laufenlernens auftritt.

Ab wann fängt das Baby mit dem Laufen an und versucht, zu stehen?

Die motorische Entwicklung eines Säuglings schreitet nach der Geburt stetig, aber individuell verschieden ausgeprägt voran, wie das folgende Video Babys in Bewegung – Folge 7: Krabbeln, robben und rutschen verdeutlicht:

Folgende Wegstrecken lassen sich immer wieder beobachten:

  • Viele Kleinkinder beginnen zwischen dem dritten und den vierten Monat den Kopf zu heben, wenn sie auf dem Bauch liegen
  • Vier bis acht Wochen darauf ist das Baby erstmals in der Lage, sich eigenständig von dem Rücken auf den Bauch zu drehen – es zeigt eine verbesserte Kontrolle über seine Körperteile und Muskeln
  • Ein weiterer Schritt vollzieht sich zwischen dem sechsten und achten Monat: Das kleine Kind kann in diesem Zeitraum erstmals ohne Hilfe sitzen, es verlässt die liegende Position verstärkt
  • In der darauf folgenden Zeit beginnt das Kleinkind zu krabbeln bzw. zu robben – es ist nicht selten, dass dies zunächst rückwärts geschieht
  • Wichtig: Hier unterscheiden sich die Kleinen oft, denn manche Kinder lassen das Krabbeln sozusagen aus und versuchen in dieser Zeit bereits, sich aufrecht hinzustellen. Sie ziehen sich an allen möglichen Gegenständen hoch, sodass jetzt für die Eltern Vorsicht angesagt ist
  • Viele Kinder werden zwischen dem achten und zehnten Monat richtig neugierig und erkunden ihre wahrgenommene Umgebung. Sie nutzen fast alles als “Aufstehhilfe”
  • Im elften oder zwölften Monat können die meisten Kinder mit einer helfenden Hand bereits ein paar Schritte gehen
  • In den folgenden Wochen kommen die ersten seitlichen Laufbewegungen hinzu
  • Der entscheidende “Schritt” vollzieht sich zwischen dem zwölften und sechzehnten Monat, in diesem Zeitraum beginnen die Kleinen, selbstständig zu laufen

Besonders der abschließende Schritt zum kontinuierlichen Laufen gestaltet sich oft unterschiedlich: Manches gesundes Kind lernt erst im 17. oder gar 18. Monat das Laufen.

Das ist kein Grund zur Beunruhigung – Geduld, Zuwendung und Ermutigung sind bei der Förderung des Laufens hilfreich, weniger der vergleichende Blick auf Bekannte und Freunde. Anregung hilft, zu viel Druck nicht.

Baby kann laufen
Geschafft – der Gang auf zwei Beinen gelingt. Der Sprung zum aufrechten Gang markiert bei Kleinkindern einen großen Entwicklungssprung

Was bedeutet das für einen Lauflernwagen?

Ein Lauflernwagen ersetzt nicht die Hilfestellung der Eltern zum selbstständigen Laufen, kann aber unterstützen und zum Laufen ermutigen, wenn das Kind bereits in der Lage ist, einige Schritte zurück zu legen.

Wie oben geschildert, kann dies ab etwa 12 Monaten der Fall sein, manchmal auch später. Viele Hersteller von Lauflernhilfen geben daher konkrete Altershinweise bei ihren Produkten an. Diese orientieren sich natürlich an Durchschnittszeiträumen der kindlichen Entwicklung.

Ob die Modelle ihre Aufgabe dann im Alltag gut erledigen, wird im Bereich Lauflernwagen Test genauer unter die Lupe genommen.

Zudem spielt die Beobachtung des kindlichen Verhaltens eine Rolle: Wichtig ist, dass das Kind sich nicht mehr überall hochzieht, damit es den Wagen nicht umwirft.

Sind die grundlegenden Voraussetzungen gegeben, sollte das Kind üben – sowohl mit dem Wagen als auch ohne – einige Strecken zu Fuß zurück zu legen. Wie so oft im Leben ist eine gesunde Mischung aus Eigenständigkeit und Unterstützung der beste Weg.

Daher empfiehlt es sich, nach der Anschaffung eines Lauflernwagens den Umgang des Kindes mit selbigen aus Sicherheitsgründen zu beobachten.

Hinweis: Besonders schwere Modelle trotzen diesen Hochziehversuchen meist gut, dennoch spielt der Wagen seine Stärken meist dann aus, wenn er den Gang stabilisieren kann.

Clip: Wann sollte mein Kind anfangen zu Krabbeln/Laufen?

Frau Dr. Suzanne Knauer-Schiefer ist Chefärztin der Kinder- und Jugendklinik im Sana Ohre-Klinikum in Haldensleben. Sie verdeutlicht in diesem Video die Etappen und Verhaltensweisen beim Erlernen des aufrechten Gangs.

Modelle für sehr junge Kinder

Einige Lauflernwagen sind früher geeignet: Sie beinhalten meist extra Spielzeug für Kleinkinder und motivieren zum Spielen im Sitzen. Bei solchen Modellen steht der spielerische Aspekt und die positive Gewöhnung an den Wagen im Vordergrund.

Die Babys beschäftigen sich zunächst mit dem Spielzeug und nutzen die Laufhilfe erst anschließend, wenn es soweit ist. Und diesen “richtigen” Moment bestimmt ihre individuelle Entwicklungsgeschwindigkeit.

Bei Unsicherheit einen Kinderarzt konsultieren

Bedenklich wird es, wenn das Kleinkind mit zwei Jahren noch nicht laufen kann. Nun ist guter und vor allem professioneller Rat gefragt: Ein Kinderarzt ist auf die Entwicklung der Kleinen spezialisiert und kann durch genaue Beobachtung Hilfen anbieten.

Wie bei der Arztwahl im Leben eines Erwachsenen ist das Vertrauen jetzt wichtig, da man alle Voruntersuchungen von dem selben Arzt durchführen lassen sollte. Er oder sie kann die einzelnen Zeitphasen der Entwicklung der Kinder am besten vergleichen, bewerten und gegebenenfalls an einen Spezialisten verweisen.

Abschließender Hinweis: Eine Entwicklungsverzögerung stellt zudem keine Katastrophe dar, mit ärztlicher Hilfe gleichen sich Unterschiede meist aus.