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Laufen lernen im Kontext der frühkindlichen Entwicklung

Als Erwachsener vergisst man schnell die extremen Leistungen und Entwicklungsschritte, die ein Baby und ein Kleinkind im Zuge seiner motorischen und psychosozialen Entwicklung vollbringt.

Laufen lernen markiert einen wichtigen Teil davon und ist doch eingebettet in körperliche und kognitive Fortschritte sowie in die emotionale Bindung zu den Eltern.

“Fehler” gehören ganz selbstverständlich dazu: Kleinkinder stolpern, fallen und schmeißen manchmal Gegenstände um.

Diese kleinen Pannen sind unverzichtbare Erfahrungen, denn wer Fehler macht, lernt aus ihnen. Das ist für die Eltern oft anstrengend und bereitet ihnen Sorge, doch die daraus resultierenden Fortschritte sind der Lohn für den Aufwand.

Im Folgenden eine Zusammenfassung der wesentlichen Merkmale der frühkindlichen Entwicklung bis zum vierten Lebensjahr, die den Gesamtzusammenhang des Laufenlernens verdeutlichen sollen.

Kindliche Entwicklung im ersten Lebensjahr

Nach der Geburt sind Babys auf Versorgung, Betreuung und elterliche Zuwendung angewiesen.

In dieser frühen Phase entsteht das sogenannte Urvertrauen, wenn die elterliche Bezugsperson verlässlich und emotional zugewandt handelt und mit Baby dialogisch interagiert (Plappern, Streicheln, Wiegen).

Babys agieren umweltbezogen

Als sensitive Wesen spüren die Kinder die grundlegende Haltung, die ihnen von den Bezugspersonen entgegen gebracht wird.

Je besser diese Bindung gelingt, desto leichter und mutiger geht ein Baby/Kleinkind an weitere Entwicklungsaufgaben heran.

Dennoch weisen Babys trotz ihrer Abhängigkeit schon erstaunliche Fähigkeiten und Kompetenzen auf, mittels derer sie mit ihrer nahen Umwelt in Kontakt treten.

Dazu zählt die erwähnte Bindungsbereitschaft, die langsam wachsende Neugier und das Interesse an Gesichtern: Kinder reagieren sogar auf den mimischen Ausdruck, manchmal spiegeln sie diesen zurück.

Reifung des Sehsinnes

Alle fünf Sinne arbeiten bereits, das Sehvermögen ist zu Beginn allerdings noch eingeschränkt und verbessert sich im ersten Lebensjahr stetig.

Darunter fällt:

  • Die Erweiterung des Sichtfeldes
  • Das Erkennen von Objekten, die weiter entfernt sind
  • Wiederkennen von Menschen und Objekten

Das erste Jahr ist insgesamt geprägt von Anhänglichkeit, den ersten sensumotorischen Erfahrungen und dem Kontakt mit einfacher, grundlegender Kausalität.

In motorischer Hinsicht treten Verhaltensweisen wie Greifen, Krabbeln, Gegenstände erkennen und Ähnliches auf.

Man darf nie vergessen, es ist alles neu und dementsprechend komplex verläuft die Verarbeitung der Reize auf biologischer, motorischer, sozialer, emotionaler und kognitiver Ebene.

Laufen lernen bis zum Ende des zweiten Lebensjahres

Bereits Ende des ersten Lebensjahres und vor allem mit Beginn der zweiten zwölf Monate gelingen den Kindern rapide Entwicklungsfortschritte.

Der Nachwuchs lernt laufen und sprechen, er erwirbt erste Begriffe und ein Gespür für Symbole.

Die Kleinkinder lernen die wichtigsten Alltagsgegenstände (Beispiel: Löffel, Messer oder Gabel) kennen, erlangen ein Grundverständnis der sie umgebenden Kultur und befinden sich somit bereits mitten in der Sozialisation.

Dazu treten massive Fortschritte in der Ich-Entwicklung: Neue Interessen, Eigenheiten und Charakterzüge werden sichtbar.

Vorbereitung des Laufenlernens

In den letzten Monaten des ersten Lebensjahres wird das aufrechte Laufen sozusagen vorbereitet: Der Nachwuchs lernt, zu sitzen und zu krabbeln, er fängt an, sich an Möbeln hochzuziehen und startet erste Versuche, frei zu stehen.

Dieser Prozess kann nicht künstlich beschleunigt werden. Erst mit der biologisch bedingten Absenkung des Körperschwerpunkts und der Verbesserung der Körperproportionen – dazu zählen die Streckung des Rumpfes und das Wachstum der Beine und Arme – werden die ersten Schritte möglich.

Biologische Grundlagen des aufrechten Gangs bei Kindern

Dazu kommen folgende unverzichtbare Reifungsschritte:

  1. Bessere Beweglichkeit der Fuß-, Knie- und Oberschenkelgelenke
  2. Allgemein stärkere Muskelkraft
  3. Verbesserte Koordination der Sinneswahrnehmungen (Auge, Gleichgewicht und Körpersinne)
  4. Motivation, sich zu bewegen

Das neue Gehverhalten tritt normalerweise von selbst auf, wenn es so weit ist. Hilfen sollten Eltern nur dann geben, wenn sie angenommen werden, was am Verhalten des Kindes deutlich wird.

Weinen und Frustäußerungen sind in solchen Fällen ernst zu nehmen.

Dabei sind durchaus Unterschiede beobachtbar: Manche Kinder fordern eine helfende Hand ein und brauchen diese, andere gehen lieber frei.

In Bezug auf Lauflernwagen ist also anzumerken, dass sie dann helfen, wenn das Kind schon ein paar Schritte gehen kann und den Wagen zum Spielen positiv annimmt.

Gut ist ebenfalls ein wiederholtes Lob für das neue Gehverhalten seitens der Eltern, Kinder reagieren zugewandt auf dieses Feedback.

Krabbeln und Gehversuche wechseln sich ab

Dass die Kleinen nebenbei noch gerne krabbeln, ist ganz normal, neues und altes Kinderverhalten tritt in der Phase parallel auf.

Allgemein werden die Kinder zwischen dem 13-15 Monat sicherer beim Laufen. Allerdings sind individuelle Unterschiede normal, sodass manche Kleinkinder erst im 18. oder 19. Monat besser beim Gehen auf zwei Beinen werden.

Sie holen diesen Rückstand aber meist schnell im dritten Lebensjahr auf.

Ist das Gehen gefestigt, beginnt das Kleinkind das Verhalten im in den folgendem Zeitraum uszubauen: Es steigert das Tempo, besteigt Treppen und etwas später diese auch vorsichtig herab.

Die Kleinkinder bücken sich häufiger, greifen dabei nach aufhebbaren Dingen und testen generell die wachsenden Möglichkeiten.

Richtungswechsel, schnelles Abbremsen, seitwärts Gehen bis hin zum einbeinigen Hüpfen wird versucht. Solange, bis es klappt.

Ein Kleinkind/Kind verbessert in der Zeit nach dem 2. Lebensjahr seine motorische Kontrolle in allen Belangen.

Motorische Selbstkontrolle und die Ausdifferenzierung der Motorik allgemein, die voranschreitende Sprachentwicklung sowie phantasievolles Spielen sind typische Themen der beschriebene Entwicklungsphase vom 2. bis zum 4. Lebensjahr.

Die Zeit nach dem Laufenlernen

Sind diese essentiellen “Schritte” geglückt, tritt das Kind nach dem vierten Lebensjahr in die Phase in die Vorschulzeit und spätere Schulzeit ein.

Eine Übersicht über die Schwerpunkte der einzelnen Phasen beschreibt dieser Artikel.

Die Leistung des Laufenlernens

Fazit: Das Erlernen des Laufens markiert einen gewaltigen Entwicklungsschritt, der mit vielen kleinen Pannen wie Stolpern und Stoßen verbunden ist.

Eltern gelingt es leichter, in dieser aufregenden und anstrengenden Phase geduldig und zugewandt zu bleiben, wenn sie sich vergegenwärtigen, in welchen großen Entwicklungskontext diese Leistung ihres Kindes einzuordnen ist.